Metrologierecht verstehen (für Ingenieurinnen und Ingenieure)
Lindenweg 50
3003 Bern-Wabern
Ingenieurinnen und Ingenieure sind es gewohnt, technische Normen auszulegen und neigen dazu, das Recht in gleicher Weise auszulegen. Das führt oft dazu, dass sie innovative Ideen zurückhalten und so Marktchancen verpassen. Auch Wettbewerbsfähigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Verbraucherschutz werden auf diese Weise künstlich beeinträchtigt.
Informationen zur Veranstaltung
Teilnahmebedingungen
Termine: nach Absprache
Kontaktadresse
METAS Sekretariat
Eidgenössisches Institut für Metrologie METAS
Lindenweg 50
3003 Bern-Wabern
Das Metrologierecht muss technologieneutral und offen für Innovation und technischen Fortschritt sein. Alle Beteiligten benötigen langfristige Stabilität:
- Hersteller von Messtechnik brauchen eine stabile Grundlage für Produktentwicklung und -vermarktung.
- Nutzerinnen und Nutzer müssen Geräte bis zum Ende ihrer wirtschaftlichen Lebensdauer verwenden, warten und reparieren.
- Verbraucherinnen und Verbraucher sind auf vertrauenswürdige Messungen angewiesen.
Nur wenn die Gesetzgebung Leistungsanforderungen mit hohem Abstraktionsgrad definiert, kann eine langfristige Stabilität sowie eine Offenheit für Innovation und technischen Fortschritt erreicht werden.
Folglich ist es bei der Auslegung von Rechtsvorschriften unerlässlich, alle vier bewährten Auslegungsmethoden aus dem juristischen «Werkzeugkasten» anzuwenden (grammatikalisch, systematisch, historisch und teleologisch).
Dies ist ein grundlegender Unterschied zu technischen Normen. Diese werden regelmässig, in der Regel mindestens alle drei Jahre, auf Revisionsbedarf hin überprüft. Die Anwendung von Normen ist freiwillig – sie können Innovation nicht verbieten. Sie sind so verfasst, dass die wörtliche Interpretation allein genügt; die Abstraktionsebene ist viel geringer.
Dieser Kurs wird nur für Teilnehmende eines einzigen Unternehmens organisiert, um einen offenen Austausch über innovative Ideen zu ermöglichen.
Kursziele
Die Teilnehmenden verstehen die Rolle des nationalen Metrologierechts, der einschlägigen EU-Rechtsvorschriften und der Rechtsprechung. Sie wissen, wo sie einschlägige Literatur und die vier Auslegungsmethoden des Rechts finden. Praxisbeispiele, die auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden zugeschnitten sind, ermöglichen die praktische Anwendung des neu erworbenen Wissens.
Zielpublikum
Ingenieurinnen und Ingenieure ohne juristische Ausbildung, die das Metrologierecht verstehen müssen.
Termine
Ein Tag Präsenzkurs, an einem Ort nach Wunsch des Kunden. Folgetermin (halber Tag, remote): Besprechung von Praxisbeispielen und Erfahrungen aus dem Alltag.
Termine: nach Absprache.
Sprache
Deutsch, Französisch oder Englisch